Es war stil hier -- heute geht es weiter

 Es war still hier. Nicht absichtlich still, eher dieses leise Verschwinden, das passiert, wenn das Leben plötzlich mehr Raum braucht als alles andere.

Der Jänner und auch der Februar sind mir irgendwo zwischen Stoffstapeln, Rechnungen, Miniboxen, Osternest und ganz normalen Tagen einfach durchgerutscht. Und dann war da kein guter Moment mehr, um sich hinzusetzen und zu sagen: Jetzt schreibe ich. Und ich hätte auch nicht gewusst was.

Dabei wäre genug da gewesen. Der Shop hat seine eigenen Geschichten geschrieben in den letzten Wochen. Dinge, die funktionieren, Dinge, die plötzlich nicht mehr da sind, Entscheidungen, die man trifft, obwohl man sie eigentlich gerne noch ein bisschen vor sich herschieben würde. Weniger Meterware, mehr durchdachte Pakete? Klarer werden? Ruhiger werden, auch wenn es außen nicht ruhig ist. Entscheidungen über Entscheidungen, noch ist keine davon gefällt. Außer, dass es wesentlich mehr Fixpackungen geben wird und die Muster flotter in den Shop und zu Etsy wandern sollen.

Und gleichzeitig merkt man, dass sich auch bei den Kundinnen etwas verändert. Es wird überlegter eingekauft. Bedachter. Vielleicht auch vorsichtiger. Das spürt man. Und man reagiert darauf, leise, ohne großes Aufheben. Der Shop dreht sich immer um den Kunden, nicht umgekehrt.

Heute war so ein Tag, der nichts mit Stoffen zu tun hat und doch alles beeinflusst. Gesundheit schiebt sich in den Vordergrund, ob man will oder nicht. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden, ohne lange nachzudenken, für andere. Man funktioniert einfach, weil es gerade notwendig ist.

Und danach sitzt man da. Ein bisschen leer im Kopf, ein bisschen unruhig, aber auch mit dem Gefühl: Es ist gut, dass manches vorbereitet ist. Dass Dinge da sind, wenn man sie braucht. Und dass man beides kann - sich um die Familie kümmern und zu arbeiten, selbständig, ohne Zeitdruck von Tageszeiten.

Der Blog war in dieser Zeit kein Thema. Und das ist auch in Ordnung so. Aber vielleicht ist genau jetzt wieder ein guter Moment, ihn leise aufzumachen. Einfach so, wie man sich an den Tisch setzt, den Stoff glattstreicht und den ersten Schnitt macht. Der Rest kommt von alleine, man muss nur den Start setzen. 

Und zwischen all dem liegen sie hier – die neuen Stoffe. So schön, fast ein bisschen wie aus einer anderen Welt. Als hätten sie mit dem ganzen Trubel nichts zu tun, und gleichzeitig tun sie genau das, was sie immer tun, sie machen einen wirklich glücklich. 

Auch bei Stoffen ändern sich die Zeit, die Digitaldrucke eröffnen völlig neue Perspektiven. Die Stoffe haben z.B. keinen Golddruck obwohl man wetten könnte, da wäre einer. Sogar, wenn man sie in der Hand hält. Aber - kein Gold. Kein echtes Gold, nur der Eindruck, eben ein Digitaldruck. 

Und damit geht es nach einem langen, ereignisreichen Tag in den Abend - und vielleich an ein kleines Handnähprojekt. Und morgen wieder in den Quiltshop! 


Midnight Flora von Hoffman California - ein absoluter Traum. Und damit jetzt .... Gute Nacht! 



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